Zur Debatte um unseren Text „Achtung: ‚Exzellenzcluster‘ will linke Strukturen ausforschen!“


Unser Text Achtung: „Exzellenzcluster“ will linke Strukturen ausforschen! hat in Teilen der Frankfurter (Uni-)Linken für Furore gesorgt, wie diverse – auf facebook und persönlich geäußerte – Kommentare gezeigt haben. Wir haben kein Bedürfnis nach einer Schlammschlacht und hatten mit dem Text nie vor, persönlich gegen Personen der linken Szene vorzugehen. Deswegen wollen wir hiermit ein paar Missverständnisse aufklären und unsere Kritik am Forschungsbereich „Internationale Dissidenz – Herrschaft und Kritik in der globalen Politik“ explizieren.
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And who cares about us? Arbeitskämpfe von Beschäftigten in der Sozialen Arbeit

Klasse – Macht – Kampf im Dezember *Über den Arbeitskampf der Beschäftigten in der Lebenshilfe Frankfurt e.V.*

Dienstag, 13. Dezember 19:30 Uhr, Klapperfeld

Care-Arbeit, als bezahlte Lohnarbeit, findet in öffentlichen Institutionen und bei sozialen Trägern statt und umfasst in diesem Bereich unter anderem die Betreuung von Kindern oder die Begleitung von Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. So leisten auch die Beschäftigten der Lebenshilfe Frankfurt Care-Arbeit, in Form der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Behinderung, während die Lebenshilfe diese Care-Arbeit als Dienstleistung anbietet. Im Bereich sozialer Arbeit entsteht so oftmals ein Spannungsfeld zwischen einer bedarfsgerechten Unterstützung von Menschen, einer kosteneffizienten Lohnarbeit und den Interessen und Bedarfen der lohnabhängig Beschäftigten. Wie kann in so einem Spannungsfeld ein Arbeitskampf geführt werden?
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Achtung: „Exzellenzcluster“ will linke Strukturen ausforschen!

Vor einigen Wochen erreichte uns über mehrere Ecken die Anfrage eines wissenschaftlichen Mitarbeiters des am Exzellencluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ angesiedelten Projektes „Internationale Dissidenz“. Er sei in einem Projekt für Bewegungsforschung involviert und hätte daher gerne einen Kontakt zu uns. Wir waren von dieser Anfrage doch gelinde gesagt mehr als überrascht. Bereits in unserem Semesterguide vom Winter 2013/14 haben wir auf die konterrevolutionäre Forschung des sogenannten Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit einem Text von Peer Heinelt und einer von uns verfassten Einleitung hingewiesen. Die Artikel zeigten anhand von Texten des Clusters auf, dass dort politische Bewegungen und „Radikalisierungsprozesse“ erforscht werden, um dieses Wissen zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Herrschaftunsordnung einzusetzen. (mehr…)

Feminismus und Historischer Materialismus – Eine unglückliche Ehe?

Klasse – Macht – Kampf im November zum Thema: Feminismus und Historischer Materialismus – Eine unglückliche Ehe?

Dienstag, 08. November 2016, 19:30 Uhr, Klapperfeld

Heute ist der Feminismus nicht materialistisch – und wo er materialistisch ist, ist er nicht historisch. Was wäre historisch materialistischer Feminismus? Was wäre das Historische, was das Materialistische an ihm? (mehr…)

»Demo für Alle«? Läuft nicht!

Unter dem Slogan »Demo für Alle. Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder« versucht am 30. Oktober in Wiesbaden ein Bündnis aus AntifeministInnen, Konservativen, christlichen FundamentalistInnen, »besorgten Eltern« und Nazis auf die Straße zu gehen. Das traditionelle Leitbild der Familie als »Keimzelle der Nation« und die Ideologie einer »natürlichen« Zweigeschlechterordnung machen neue und alte Rechte anschlussfähig bis weit in die »Mitte« der Gesellschaft. (mehr…)

Krise – Klassenkampf – Organisierung

Wir dokumentieren hier den Text „Krise – Klassenkampf – Organisierung“, den wir im September 2015 in dem von Peter Nowak herausgegebenen Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“ veröffentlicht haben.
Hier auch im lesefreundlichen PDF-Format.

Krise – Klassenkampf – Organisierung

Im Jahr 2014 kam es zu einigen weitreichenden Umstrukturierungen und Umbenennungen innerhalb der radikalen Linken in der BRD. So ging der norddeutschlandweite Zusammenschluss „avanti“ in die Interventionistische Linke auf, die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) trat der Neue(n) Antikapitalistischen Organisation (NaO) bei und die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) löste sich komplett auf, was von manchen als das Ende der Antifa-Bewegung verstanden wurde. Auch unsere Gruppe gab im Juni 2014 ihre Umbenennung bekannt. Wir legten unseren alten Namen „campusantifa“ ab und treten seitdem unter dem Namen Antifa Kritik & Klassenkampf auf. Diese Veränderungen und Umstrukturierungen zu diesem Zeitpunkt sind sicher nicht dem Zufall geschuldet, sondern der Ausdruck dessen, dass die Linke, angesichts der sich auf europäischer Ebene manifestierenden Weltwirtschaftskrise und den damit einhergehenden verschärften Angriffen des Kapitals auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Lohnabhängigen, es nicht schaffte, in die Offensive zu kommen, und stattdessen rechte und faschistische Bewegungen in vielen europäischen Ländern an Zulauf gewinnen (mit den Parteien UKIP, FN, FIDEZS und AfD seien hier nur einige Beispiele genannt). Und auch in denjenigen südeuropäischen Ländern, in denen sich in den Anfangsjahren der Krise noch größere außerparlamentarische Gegenoffensiven formierten, scheinen die Kampfzyklen vorerst gescheitert und auf dem Rückzug in den Insurrektionalismus (griechischer Anarchismus) oder im Prozess der Transformation in den Parlamentarismus (Podemos, Syriza). (mehr…)

Über die „Bewegung“ in Frankreich während des Frühjahrs 2016

Klasse – Macht – Kampf im Oktober mit der Gruppe „Mouvement Communiste“ aus Paris über die „Bewegung“ in Frankreich während des Frühjahrs 2016.

Diesmal ausnahmsweise am dritten Dienstag im Monat:
18. Oktober 2016, 19:30 Uhr im Klapperfeld.

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Zurück zur Maulwurfsarbeit

Interview mit Torsten Bewernitz, Sozialwissenschaftler und Gewerkschaftsaktivist

zuerst veröffentlicht im Lower Class Magazine.

Mit „Nothing in common? Differänzen in der Klasse” (Münster 2015) hat Torsten Bewernitz einen Sammelband mit Beiträgen zu den Begriffen Klasse und Klassenkampf vorgelegt, den er am 10. Mai 2016 iim Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Klasse – Macht – Kampf“ vorstellte. Wir stellten ein paar Fragen zum Buch und darüber hinaus.

Kannst Du kurz Deinen Anschluss an und deine Abgrenzung vom traditionell-marxistischen bzw. marxschen Klassenbegriff erläutern?

Für die Definition von ‚Arbeiterklasse’ bleibt die Stellung in der Produktion bzw. im Kapitalismus für mich das A und O. Das heißt, es geht im Wesentlichen um die doppelt freie Lohnarbeiter*innen versus das Kapital (das weit schwerer zu bestimmen ist). Produktion muss hier, wie ihr es auch in dem Papier „Der kommende Aufprall“ betont habt, selbstverständlich Reproduktion einschließen und darf nicht zu dem Kurzschluss verleiten, dass „unproduktive Arbeit“ – das gilt für fast alle Dienstleistungen – keine Zugehörigkeit zur Arbeiter*innenklasse bedeuten würde. Das wusste aber, anders als oft behauptet wird, Marx (und insbesondere Engels) auch schon. Zentral dabei ist für mich die dadurch resultierende Arbeiter*innenmacht (Beverly Silver). (mehr…)

Zellkernerfahrung

Untersuchung – Aktion – Organisation«. Die Betriebsarbeit des Revolutionären Kampf (RK) bei Opel Rüsselsheim 1971–73 – Veranstaltungsbericht

erschienen im: express 08/2016

StraßenkampfDer »Revolutionäre Kampf« in Frankfurt gehörte nicht zu jenen K-Gruppen der Post68er-Zeit, die sich einbildeten, die einzig wahre Arbeiterpartei werden zu können (oder gar bereits zu sein). Mit anderen Gruppierungen war man sich allerdings darüber einig, dass eine Revolution nicht ohne ein kämpferisches Proletariat zu haben sein würde – entsprechend gingen zahlreiche RK-Leute ans Fließband bei Opel. Wie aber sah die Betriebsarbeit einer Gruppe aus, die sich selbst zu den »Spontis« zählte und sich mehr vom italienischen Operaismus als vom Marxismus-Leninismus inspirieren ließ? (mehr…)