Antifa Kritik & Klassenkampf - Frankfurt am Main http://akkffm.blogsport.de Thu, 14 Feb 2019 21:47:29 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Der Worker’s Club geht in die nächste Runde http://akkffm.blogsport.de/2019/02/14/der-workers-club-geht-in-die-naechste-runde/ http://akkffm.blogsport.de/2019/02/14/der-workers-club-geht-in-die-naechste-runde/#comments Thu, 14 Feb 2019 21:44:45 +0000 Administrator Allgemein Arbeitskampf http://akkffm.blogsport.de/2019/02/14/der-workers-club-geht-in-die-naechste-runde/
Dass schlechte Bezahlung, miese Arbeitsbedingungen und Vereinzelung sich leider immer noch nicht einfach so in Luft auflösen können ist allzu schade. Um dem aktiv entgegenzutreten laden wir euch erneut zum Worker’s Club am 20.02 um 19 Uhr ins Centro, Alt-Rödelheim 6 in 60489 Frankfurt a.M. ein.

Mit dem Worker’s Club wollen wir eine Möglichkeit schaffen der Vereinzelung und gefühlter Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Wir wollen so eine Plattform bieten, uns solidarisch zusammenzutun, sei es entlang von Arbeitsplätzen oder -feldern, um auf diese Weise gemeinsame Kämpfe führen zu können. Gleichzeitig wollen wir auch einen Ort der Reflexion und des Austauschs bieten.

In den letzten Treffen haben wir uns über Arbeitsverhältnisse im Sozialen Bereich ausgetauscht und dabei die Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer konkreten Erfahrungen und Probleme kennengelernt, sowie gemeinsam Möglichkeiten praktischer Solidarität ausgelotet.
Daran knüpfen wir mit dem nächsten Treffen an. Wir wollen unsere Diskussionen weiterführen und dabei auch für uns einen kritischen Begriff der eigenen Arbeit im Sozialen Bereich finden. Unterstützung erhalten wir dabei diesmal von einer linken Betriebsrätin, die lange Zeit Arbeitskämpfe beim sozialen Träger ‚Club Behinderter und ihrer Freunde‘ (CeBeeF) in Frankfurt geführt hat. Dabei wollen wir sowohl Perspektiven und Grenzen linker Betriebsratsarbeit diskutieren, als auch die Frage nach Möglichkeiten solidarischer Unterstützung von außen stellen.

Wie bei allen Treffen gilt dabei, dass der Soziale Bereich nur ein Arbeitsfeld von vielen darstellt, die es in Bezug auf ihren Zusammenhang mit der Totalität kapitalistischer Verhältnisse zu analysieren gilt und innerhalb derer es sich zu kämpfen lohnt. Daher ist es auch kein Problem, wenn ihr selbst nicht im Sozialen Bereich arbeitet (oder zur Zeit vielleicht überhaupt nicht am Lohnarbeiten seit) – wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt und eure Erfahrungen in die Diskussion mit einbringt!

Wenn ihr bei den letzten Treffen nicht dabei sein konntet, ist das natürlich schade, aber keinesfalls ein Hindernis, jetzt noch einzusteigen. Die Treffen werden immer so gestaltet, dass alle immer teilnehmen können.

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Kritik und Klassenkampf 01/2019 http://akkffm.blogsport.de/2019/01/31/kritik-und-klassenkampf-012019/ http://akkffm.blogsport.de/2019/01/31/kritik-und-klassenkampf-012019/#comments Thu, 31 Jan 2019 22:14:10 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2019/01/31/kritik-und-klassenkampf-012019/ Die neue Ausgabe der Broschüre Kritik und Klassenkampf ist da!

Aus dem Editorial:

Unsere letzten beiden größeren Publikationen sind für AKK-Verhältnissenun doch schon etwas lange her. Nachdem wir unser Strategiepapier Der kommende Aufprall endlich auch in Druckform präsentieren konnten und in der Frankfurter Student‘innenzeitung Diskus letztes Jahr die gesammelten Kritiken verschiedenster politischer Gruppen miteinander ins Gespräch gebracht haben, haltet ihr jetzt mal wieder die neueste Ausgabe unseres kleinen, aber feinen Heftes, der Kritik & Klassenkampf in den Händen.Keine ellenlangen theoretischen Ergüsse diesmal!Keine Bibliothekslektüre für den Lesekreis, sondern Futter für den gemütlichen Klönschnack bei Coffee&-Cigarettes: Dafür haben wir euch hier ein buntes Potpourri an Themen und Texten zusammengestellt, die uns als Gruppe in der letzten Zeit beschäftig thaben und die wir euch hiermit zur Lektüre empfehlen wollen. Und um den in den vergangenen Jahren öfter mal gedroppten Vorwurf zu entkräften, wir seien ja, trotz Namensänderung, nicht mehr als eine aus der akademischen Kloake emporgekommene Theoriegruppe, freuen wir uns, euch mit dem einen oder anderen Text ebenfalls einen kleinen Einblick in unsere politische Praxis geben zu können.

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Demo: Weg mit §§218 und 219! http://akkffm.blogsport.de/2019/01/24/demo-weg-mit-218-und-219/ http://akkffm.blogsport.de/2019/01/24/demo-weg-mit-218-und-219/#comments Thu, 24 Jan 2019 21:18:10 +0000 Administrator Allgemein Feminismus/Care http://akkffm.blogsport.de/2019/01/24/demo-weg-mit-218-und-219/

Wir unterstützen der Aufruf zur Demo der Genoss*innen vom Bündnis für körperliche Selbstbestimmung:

Für das Recht auf Abtreibung und körperliche Selbstbestimmung

Treffpunkt: 15.00Uhr, vor der Alten Oper Frankfurt am Main

Trotz aller Proteste und Diskussionen rund um den Fall Kristina Hänel und aller Bekundungen zur Notwendigkeit der Streichung des Paragraphen 219a: ES HAT SICH NICHTS GEÄNDERT!

Immer noch werden Abtreibungen gesellschaftlich tabuisiert und als Straftatbestand im Strafgesetzbuch definiert. Ärzt_innen, die einfach nur mitteilen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche als medizinische Dienstleis-tung anbieten, werden wegen „unerlaubten Werbens für den Schwangerschaftsabbruch“ angeklagt. So anachronistisch dies auch anmuten mag, die Forderungen nach einer Streichung ALLER Anti-Abtreibungsparagraphen ist höchst aktuell!
Am 26.01.2019 wird bundesweit immerhin für die Streichung eines dieser Paragraphen, nämlich 219a StGB, protestiert. Dieser verbietet Ärzt_innen allgemein und öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren.
In diesem Rahmen veranstalten auch wir eine Demonstration. Auftakt ist, nach aktuellem Stand, um 15:00 Uhr vor der Alten Oper, die Abschlusskundgebung findet an der Paulskirche statt.

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Fragiler Konsens: Schwangerschaftsabbrüche

Jahrelang ist man davon ausgegangen, dass Abtreibungen in Deutschland in der Praxis als selbstverständliche Möglichkeit der körperlichen Selbstbestimmung von ungewollt Schwangeren angesehen werden.

Dass Abtreibungen rechtlich nicht vollständig legalisiert waren, schien nur eine Formalie zu sein.
Dass man eine diskriminierende Beratungsprozedur durchlaufen muss, bevor man einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen kann und dabei vom Gesetzgeber als unmündige Person behandelt wird, schien ein rein kosmetisches Zugeständnis an fanatische Christ*innen und Abtreibungsgegner*innen zu sein.
Dass Abtreibungen ziemlich teuer und somit für arme Frauen* gerade nicht leicht zugänglich und selbstverständlich sind, ging in der Zufriedenheit mit diesem (Teil-)Erfolg von feministischen Initiativen für körperliche Selbstbestimmung unter.

Doch aktuell zeigt sich, dass die fehlende bedingungslose Unterstützung von Schwangerschaftsabbrüchen doch ein Problem ist:
Fanatische Abtreibungsgegner*innen belagern ProFamilia-Beratungsstellen und machen deren Besuch zu einem Spießrutenlauf.
Katholische Krankenhäuser weigern sich Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen und machen die Suche nach eine*r behandelnden Ärzt*in für ungewollt Schwangere vor allem in ländlichen Regionen zu einer Sisyphos-Arbeit.

Diese Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ist nicht hinnehmbar und setzt ungewollt Schwangere vehement unter Druck.
Der fragile und mühsam erkämpfte Konsens, dass Frauen nicht primär Gebärmaschinen im Dienste der Nation, sondern gleichberechtigte Bürgerinnen mit einem Recht auf freie körperliche Selbstbestimmung sind, wird offensiv angegriffen.
Gleichzeitig werden Schwangere massiv zu pränataldiagnostischen Untersuchungen gedrängt: Sind sie mit einem behinderten Kind schwanger, hat der Gesetzgeber keine Einwände mehr gegen Schwangerschaftsabbrüche, er unterstützt diese sogar. Das zeigt deutlich: Es geht dem Gesetzgeber bei der Aufrechterhaltung der Anti-Abtreibungsparagraphen nicht, um eine irrationale Sorge, um einen noch nicht bewusstseinsfähigen Zellhaufen („Embryo“/“Fötus“), sondern um die Kontrolle über den Körper der Schwangeren und die Reproduktion der Nation.

Schwangerschaftsabbrüche müssen als Möglichkeit der körperlichen Selbstbestimmung legal und kostenlos sein!

Wir fordern die Abschaffung der Anti-Abtreibungsparagraphen §218 und §219 im Strafgesetzbuch!

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Nächstes Treffen des Worker’s Club am 16. Januar um 19 Uhr http://akkffm.blogsport.de/2019/01/09/naechstes-treffen-des-workers-club-am-16-januar-um-19-uhr/ http://akkffm.blogsport.de/2019/01/09/naechstes-treffen-des-workers-club-am-16-januar-um-19-uhr/#comments Wed, 09 Jan 2019 15:56:54 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2019/01/09/naechstes-treffen-des-workers-club-am-16-januar-um-19-uhr/

Die Feiertage sind vorbei, der Kater (hoffentlich) auskuriert und der Start zurück in den (Lohnarbeits-)Alltag hat nicht lange auf sich warten lassen. Wir haben die Zeit zwischen den Jahren daher sinnvoll genutzt, indem wir das letzte Treffen haben Revue passieren lassen und zugleich das nächste Treffen vorbereitet haben, um auch 2019 unseren Problemen im Arbeits- und Reproduktionsalltag kämpferisch entgegen zu treten.

Um diesen Problemen nicht alleine gegenüberzustehen, laden wir euch erneut zum Worker’s Club ein, der am 16. Januar um 19 Uhr im Centro in Rödelheim stattfinden wird.
Wie wir auf unserem letzten Treffen gemeinsam beschlossen haben, soll es bei dem nächsten Treffen darum gehen, konkrete Möglichkeiten zur Intervention und Organisation im Sozialen Bereich auszuloten. Dabei wollen wir diese Thematik nicht bloß abstrakt, sondern anhand unserer tatsächlichen Probleme diskutieren und hierbei auch an das letzte Treffen anknüpfen. Unterstützen wird uns dabei die FAU, die einiges an Erfahrung im Führen von Kämpfen und der Organisierung von Kolleg_innen mitbringen wird.

Der Worker’s Club

Mit dem Workers‘ Club möchten wir einen Ort der Diskussion und der solidarischen Unterstützung schaffen, um Vereinzelung und gefühlter Ohnmacht etwas entgegensetzen zu können. Wir wollen so eine Plattform bieten, um sich gemeinsam zusammenzutun, sei es entlang von Arbeitsplätzen oder -feldern, um auf diese Weise gemeinsame Kämpfe führen zu können. Gleichzeitig wollen wir auch einen Ort der Reflexion und des Austauschs bieten.
Der Soziale Bereich stellt dabei nur ein Arbeitsfeld von vielen dar, die es in Bezug auf ihren Zusammenhang mit der Totalität kapitalistischer Verhältnisse zu analysieren gilt und innerhalb derer es sich zu kämpfen lohnt. Daher ist es auch kein Problem, wenn ihr selbst nicht im Sozialen Bereich arbeitet (oder zur Zeit vielleicht überhaupt nicht am Lohnarbeiten seit) – wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt und eure Erfahrungen in die Diskussion mit einbringt!
Wenn ihr bei den letzten Treffen nicht dabei sein konntet, ist das natürlich schade, aber keinesfalls ein Hindernis, jetzt noch einzusteigen. Die Treffen werden immer so gestaltet, dass alle immer teilnehmen können. Genauere Infos und auch eine Zusammenfassung unseres ersten Treffens findet ihr hier auf unserer Website oder in unserer neuesten Ausgabe des kleinen Heftes „Kritik und Klassenkampf“,welches in Kürze auch hier online erscheinen wird!
Wir freuen uns auf euch! Bringt auch gerne eure Kolleg_innen mit!

Eure AKK

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Kein unkommentierter Einzug der AfD in den hessischen Landtag http://akkffm.blogsport.de/2018/10/26/kein-unkommentierter-einzug-der-afd-in-den-hessischen-landtag/ http://akkffm.blogsport.de/2018/10/26/kein-unkommentierter-einzug-der-afd-in-den-hessischen-landtag/#comments Fri, 26 Oct 2018 16:26:05 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2018/10/26/kein-unkommentierter-einzug-der-afd-in-den-hessischen-landtag/ Am Sonntag, den 28.10.2018 finden die hessischen Landtagswahlen statt. Aller Voraussicht nach zieht mit der AfD eine extrem rechte Partei, die rassistische, homophobe und antisemitische Inhalte vertritt in den Landtag ein. Falls dies geschehen wird, erhält sie somit die Möglichkeit auf parlamentarischer Ebene Einfluss auf die Landespolitik zu nehmen. Damit würden sich die finanziellen und politischen Mittel, die der AfD zu Verfügung stehen enorm erhöhen, mit denen sie den Rechtsruck stark weiter vorantreiben wird.

https://www.facebook.com/events/302977913640167/

Der Einzug der AfD in Landesparlamente ist eine weitere Stufe des Rechtsrucks und macht unseren Protest dagegen nötiger denn je.

In Frankfurt sind in den letzten Wochen schon tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft im Rahmen von „Seebrücke“, „#wirsindmehr“ etc. auf die Straße gegangen. Sollte die AfD den Einzug in den hessischen Landtag schaffen, gilt es unsere Positionen gegen den Rechtsruck einmal mehr lautstark sichtbar zu machen.

Deswegen gilt es am Tag der Wahl, bei einem möglichen Einzug der AfD in den Landtag, ein klares Zeichen zusetzten und unsere Ablehnung dessen entschlossen auf die Straße zu bringen. Daher rufen wir dazu auf, falls der AfD der Einzug in den hessischen Landtag gelingt, am Sonntag, den 28.10. abends auf die Straße zu gehen.

Treffpunkt: Sonntag, 28.10., 20 Uhr am Hauptbahnhof Frankfurt/Kaisersack.

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Workers‘ Club im Centro Rödelheim http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/workers-club-im-centro-roedelheim/ http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/workers-club-im-centro-roedelheim/#comments Tue, 16 Oct 2018 11:10:42 +0000 Administrator Allgemein Arbeitskampf Termine http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/workers-club-im-centro-roedelheim/ Wir laden alle Interessierten zum zweiten Treffen des Workers‘ Club im Centro Rödelheim ein: Wir treffen uns am Mittwoch, 14.11. um 19 Uhr.

Mit dem Workers‘ Club wollen wir einen Ort schaffen, der den Austausch unter Lohnabhängigen (d.h. auch Leuten, die arbeitslos sind) ermöglicht. Als Plattform soll der Club einen Beitrag dazu leisten, eine gemeinsame Kultur zu etablieren und sich – über gewerkschaftliche Kämpfe hinaus – gemeinsam (weiter-) zu bilden. Der Club soll ein Ort sein, an dem Kämpfe nicht nur geführt, sondern auch diskutiert, interpretiert, dokumentiert und weitergeführt werden.

Zu unserem ersten Treffen (ausführlicher Bericht und Reflexion hier) kamen mehrere Leute zusammen, die in verschiedenen Arbeitsverhältnissen (Vollzeit, Teilzeit, Mini-/Studijob) im öffentlichen Sektor tätig sind, namentlich im Bereich Soziale Arbeit, Erziehung und Bildung. Deshalb wollen wir uns bei unserem nächsten Treffen verstärkt diesen Bereichen zuwenden und aufgrund der Erfahrungsberichte von letztem Mal und euren Beiträgen die Diskussion vertiefen:

Welche Probleme ergeben sich für Kämpfe und Organisierung im öffentlichen Sektor und worin steckt ihr Potential? Sind die vermeintlich flachen Hierarchien ein Hindernis für Kämpfe oder bieten sie die Möglichkeit Statusgruppen-übergreifender Bündnisse? Wie können Kämpfe im sozialen Bereich stattfinden ohne das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeiter*innen und Klient*innen zu beschädigen – oder letzteren körperlich zu schaden (siehe als Positivbeispiel: Charité Berlin)? Liegt in der Erfahrung der unmittelbaren Beschneidung von Bedürfnissen (siehe Pflegedebatte) die Möglichkeit der Politisierung?

Wir laden euch herzlich dazu ein gemeinsam über diese sowie weitere Probleme proletarischer (Re-)Produktion zu sprechen und die Möglichkeit konkreter Interventionen und Kämpfe auszuloten.

Als Einstieg wird es ein Inputreferat zur Kritik der politischen Ökonomie des öffentlichen Sektors geben.

Wir sehen uns am Mittwoch, 14.11. um 19 Uhr im Centro (Rödelheim)!

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Der Workers‘ Club – Reflexionen über einen ersten Versuch http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/der-workers-club-reflexionen-ueber-einen-ersten-versuch/ http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/der-workers-club-reflexionen-ueber-einen-ersten-versuch/#comments Tue, 16 Oct 2018 11:03:13 +0000 Administrator Allgemein Arbeitskampf http://akkffm.blogsport.de/2018/10/16/der-workers-club-reflexionen-ueber-einen-ersten-versuch/ Wie ihr sicher wisst, suchen auch wir seit längerem nach Wegen heraus aus dem alltäglichen Elend und hin zum Kommunismus. In Zeiten wie diesen, in denen die Revolution in weite Ferne gerückt ist, sehen wir – auch das ist sicher nichts Neues – einen wichtigen Schlüssel in neuen Klassenpolitiken, die mit dem Aufbau selbstorganisierter Strukturen einhergehen. Damit wollen wir uns in die Lage versetzen, radikale Kämpfe auf breiter Basis und entlang von Bedürfnissen führen zu können. Bei der Suche nach geeigneten Formen der Organisierung stehen wir im engen Austausch mit verschiedenen Gruppen, die zu ähnlichen Themen arbeiten, spannende Gedanken formulieren oder sich praktisch ausprobieren. Unsere Suche hat uns auch den Blick in die Vergangenheit werfen lassen, wobei wir dem Konzept der Workers Center in Kontakt gekommen sind. Dabei handelt es sich um eine Organisationsform, die seit den 1970er Jahren in der US-amerikanischen Arbeiterbewegung verfolgt wird.

Mit dem Workers‘ Club, wie wir das Center nennen wollen, soll ein Ort geschaffen werden, der den Austausch unter Arbeitenden ermöglicht, um so Vereinzelung und gefühlter Ohnmacht etwas entgegensetzen zu können. Der Workers‘ Club dient außerdem als Plattform, von der aus eine gemeinsame Organisierung nach Arbeitsfeldern ausgehen kann sowie Kämpfe geführt werden können. Darüber hinaus strebt der Workers‘ Club eine stadteilübergreifende Vernetzung an und kann so auch Themen wie Mieten oder Wohnverhältnisse in den Fokus nehmen. Somit könnte daraus ein Ort realer Vernetzung und Solidarität entstehen, der durch die Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse weggebrochen ist. Letzten Endes sollen Workers‘ Clubs, anders als Gewerkschaften, aber nicht nur dazu befähigen, einzelne Kämpfe zu führen. Vielmehr sollen sie einen Beitrag dazu leisten, eine gemeinsame Kultur zu etablieren, sich gemeinsam (weiter-) zu bilden und ein Bewusstsein über den geteilten, gemeinsamen Problemzusammenhang, das Klassenbewusstsein (wieder-)herzustellen. Sie sollen somit ein Ort sein, an dem Kämpfe nicht nur geführt, sondern auch diskutiert, interpretiert und dokumentiert und weitergeführt werden.

Aus der Diskussion rund um neue Klassenpolitik innerhalb der radikalen Linken sind verschiedene Initiativen hervorgegangen, die allesamt versuchen, alternative Formen der Selbsorganisierung voranzutreiben, die zugleich das Potential innehaben, nicht nur einzelne partikuläre Erfolge zu erzielen, sondern Widerstand erfahrbar zu machen und diese Erfahrung weiterzutragen und weiterzutreiben. Darunter etwa unsere Londoner Genoss_innen von Angry Workers of the World, die mit dem Projekt des Solidarity Networks ein ähnliches Vorhaben verfolgen. Dieses Projekt ist mittlerweile schon recht weit ausgereift und durchdacht – wogegen wir mit unserem Versuch noch an einem schwierigen Anfang stehen: Wird es angenommen werden? Schaffen wir es damit, einen gemeinsamen Bezug zwischen linksradikalen Aktivisten herzustellen, der sich entlang von realen Arbeits- und Lebensverhältnissen orientiert? Wir wollen dabei vermeiden, ein äußeres Verhältnis zu den Dingen zu entwickeln und als Aktivisten ein Thema zu bearbeiten. Es geht uns auch nicht darum, bloß irgendwen zu agitieren. Das Proletariat ist nicht nur die Arbeiterin vom Band bei Opel. Wir selbst sind die Proletarisierten und bei unseren ersten wackeligen Versuchen auf dem Weg in Richtung Workers‘ Club wollen wir also zunächst einmal über die eigenen Bedürfnisse sprechen.

Deshalb laden wir euch alle ein, gemeinsam über Probleme proletarischer Reproduktion zu sprechen und die Möglichkeit konkreter Interventionen und Kämpfe zu entdecken. Beim nächsten Treffen am 27. Oktober 2018 soll es dabei um den öffentlichen Sektor gehen, genauer gesagt: vor allem um Lehre, Erziehung, pädagogische und soziale Berufe.

Bei einem ersten Treffen im Juni haben wir uns bereits einen ersten Überblick über geteilte Problemlagen verschafft. Erste Fragen lauteten dabei:

- Wo arbeiten wir Linke?
- Wie sehen unsere Arbeits- und Reproduktionsverhältnisse aus?
- Welche materiellen Konflikte haben wir am Arbeitsplatz?

Ziel war es, durch eine erste „Bestandsaufnahme“ und einen Erfahrungsaustausch langfristig auch die Möglichkeit konkreter Interventionen und Kämpfe auszuloten.

Zu unserem ersten Treffen kamen mehrere Leute zusammen, die in verschiedenen Arbeitsverhältnissen (Vollzeit, Teilzeit, Mini-/Studijob) im öffentlichen Sektor tätig sind, namentlich im Bereich Soziale Arbeit, Erziehung und Bildung. In den Gesprächen über die Probleme, mit denen man in diesen Verhältnissen konfrontiert sieht, ergab sich folgendes Bild:

Zum einen unterscheiden sich unsere Situationen nicht nur anhand verschiedener Sektoren, sondern auch anhand des Beschäftigungsverhältnisses. Dabei bewegen sie sich zwischen den beiden Polen einer sehr starken Absicherung (Beamtentum) und guten Bezahlung einerseits und einer von kurzfristigen (projektbezogen, Studijob) und/oder schlecht bezahlten Arbeit geprägten Sphäre der ‚Prekarität‘.

Aus diesen beiden Polen ergeben sich unterschiedliche Schwierigkeiten im Hinblick auf (mögliche) Kämpfe: So bringt es die Arbeit am zweiten Pol („Prekarität“) mit sich, dass es häufig nicht für der Mühe wert erachtet wird, sich in die Anstrengungen eines Arbeitskampfes zu verstricken, da von Vorneherein keine Zukunft in diesem Beschäftigungsverhältnis angestrebt wird. Nehmen die schlechten Bedingungen zu sehr Überhand, schaut man sich lieber nach dem nächsten Job um, anstatt für bessere Bedingungen zu kämpfen.

Die Arbeit am anderen Pol („Vollzeit“) birgt dagegen die Schwierigkeit, Lohnarbeit und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Aufgrund der vielen Zeit und Energie, die für die Lohnarbeit verausgabt werden, bleiben wenig Kapazitäten für Freizeit und auch politische Arbeit. Gleichzeitig besteht an diesem Pol häufig eine hohe Identifikation mit der Lohnarbeit. Dieses Problem wird besonders im öffentlichen Sektor sichtbar. Für diesen Sektor, also Schule, Universität und Sozialarbeit, ergaben sich zudem spezielle Probleme.

Gerade hier findet häufig eine starke Identifikation mit dem Arbeitsinhalt statt; die Arbeit selbst wird häufig als Politische verstanden. Diese Arbeit wird nicht nur subjektiv für sinnvoll, richtig und wichtig gehalten, sondern beinhaltet auch Verantwortung gegenüber Anderen, wie Klient*innen, Schüler*innen oder Lehrer*innen. Damit verschwimmt auch die Trennung zwischen Lohnarbeit, Politik und Privatem. Die hohe Identifikation und starke emotionale Verbundenheit führt so zu Doppelbelastungen und Selbstausbeutung und steht Kämpfen daher häufig diametral gegenüber.

Zudem herrscht besonders im öffentlichen Sektor häufig Unklarheit darüber, an wen (welche) Forderungen zu richten sind – an unmittelbare Vorgesetzte (bspw. Prof.), Organisationsleitungen (Dekanat/Präsidium) oder an den Staat (Länder/Bund). Auch dies stellt eine Hürde in Bezug auf mögliche Arbeitskämpfe dar. Gleichzeitig wird von diesen zur Abwehr der Forderungen die Verantwortung ebenso unklar hin und hergeschoben nach dem Motto: „Wir würden ja, wenn das Land uns mehr Geld gibt“. Insgesamt zeigte sich somit, dass insbesondere die hohe Identifikation mit der Arbeit und den Arbeitgeber_innen ein fehlendes proletarisches Bewusstsein in Bezug auf die eigene Lohnarbeit zum Ausdruck bringt. Dies ist sicherlich vor allem für den öffentlichen Sektor ein zentrales Problem.

Da beim ersten Treffen sich eine Fokussierung auf den öffentlichen Sektor abgezeichnet hat, wollen wir uns diesem nun verstärkt zuwenden. Der öffentliche Sektor stellt dabei jedoch nur ein Arbeitsfeld von vielen dar, die es in Bezug auf ihren Zusammenhang mit der Totalität kapitalistischer Verhältnisse zu analysieren gilt. Dabei geht es uns nicht um eine abstrakt-wissenschaftliche Beschreibung, sondern darum Risse, also Möglichkeiten für Kämpfe und Organisierung offenzulegen. Dies ist nur möglich, wenn die Menschen, die alltäglich innerhalb dieser Verhältnisse um ihre Reproduktion kämpfen, ihre konkreten Erfahrungen in die Diskussion einbringen.
Beim nächsten Treffen möchten wir aufgrund der Erfahrungsberichte von letztem Mal und euren Beiträgen die Diskussion vertiefen:
Welche Probleme ergeben sich für Kämpfe und Organisierung im öffentlichen Sektor und worin steckt ihr Potential? Sind die vermeintlich flachen Hierarchien ein Hindernis für Kämpfe oder bieten sie die Möglichkeit Statusgruppen-übergreifender Bündnisse? Wie können Kämpfe im sozialen Bereich stattfinden ohne das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeiter*innen und Klient*innen zu beschädigen – oder letzteren körperlich zu schaden (siehe als Positivbeispiel: Charité Berlin)? Liegt in der Erfahrung der unmittelbaren Beschneidung von Bedürfnissen (siehe Pflegedebatte) die Möglichkeit der Politisierung?
Als Einstieg wird es ein Inputreferat zur Kritik der politischen Ökonomie des öffentlichen Sektors geben.

Wir würden uns daher freuen, euch am 14.11. um 19 Uhr im Centro zu sehen.

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Die Revolution in Nordsyrien und die Wiederentdeckung eines kämpferischen Internationalismus http://akkffm.blogsport.de/2018/04/13/die-revolution-in-nordsyrien-und-die-wiederentdeckung-eines-kaempferischen-internationalismus/ http://akkffm.blogsport.de/2018/04/13/die-revolution-in-nordsyrien-und-die-wiederentdeckung-eines-kaempferischen-internationalismus/#comments Fri, 13 Apr 2018 20:34:55 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2018/04/13/die-revolution-in-nordsyrien-und-die-wiederentdeckung-eines-kaempferischen-internationalismus/ Achtung: Die für den 22. April geplante Vortragsveranstaltung „Die Revolution in Nordsyrien“ musste krankheitsbedingt leider ausfallen!
Mit Bedauern undEntschuldigung,
Eure AKK


Am Sonntag, den 22. April 2018 um 17 Uhr im Klapperfeld werden Genoss*innen vom Lower Class Magazine zu den Entwicklungen in Rojava vortragen. Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Klasse – Macht – Kampf“.

Spätestens seit der Schlacht um Kobanê ist die demokratische Selbstverwaltung in den kurdischen Gebieten Nordsyriens, besser bekannt unter dem Namen Rojava, ein wichtiger Bezugspunktinternationaler Solidarität für die hiesige Linke. Das auf einem weit verzweigten System von Kommunen, Räten und Kooperativen errichtete demokratische System dort, führte auch in den deutschen Debatten zu einer Rückbesinnung auf rätedemokratische Traditionen der Arbeiter*innenbewegung.

Im Februar 2017 reisten mehrere Redakteure der linksradikalen Online-Zeitschrift Lower Cass Magazine nach Syrien; sie werden von ihren Eindrücken und Erfahrungen aus Syrien hier berichten und diskutieren, was sich daraus an Anknüpfungspunkten für die hiesige Linke mitnehmen lässt.

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Diskus-Ausgabe zur Diskussion um eine linksradikale Organisierung in Zeiten der Krise http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/diskus-ausgabe-zur-diskussion-um-eine-linksradikale-organisierung-in-zeiten-der-krise/ http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/diskus-ausgabe-zur-diskussion-um-eine-linksradikale-organisierung-in-zeiten-der-krise/#comments Thu, 12 Apr 2018 20:47:23 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/diskus-ausgabe-zur-diskussion-um-eine-linksradikale-organisierung-in-zeiten-der-krise/ In der aktuellen diskus-Ausgabe 2.16 wird das Strategiepapier „Der kommende Aufprall“ der Antifa Kritik und Klassenkampf von verschiedenen Genoss*innen und Zusammenhängen diskutiert. Das Heft ist Ergebnis von Auseinandersetzungen mit Gedanken zu linksradikaler Praxis und einem neuen Fokus auf Organisierung und Klassenkampf, wie wir sie in unserem Strategiepapier formuliert haben. Zugang zu einer online Version der diskus-Ausgabe werdet ihr in Kürze hier finden.

Wir wollen hier einen kurzen Überblick über diese Debatten im diskus geben.

Uns geht es in „Der kommende Aufprall“ um das Aufwerfen eines linksradikalen Organisierungskonzepts, das statt linker Event- und Szenepolitik als Antwort auf Krisenstrategien des Kapitals für eine sozialrevolutionäre Gesellschaftsveränderung eintritt. In unserem Papier stellen wir zunächst dar, wie die kapitalistischen Vergesellschaftungsprozesse notwendig soziale Widersprüche erzeugen und dass weder Sozialpartnerschaft noch Austeritätspolitik diese befrieden können. Uns geht es darum, die momentan stattfindenden vereinzelten Interessenskämpfe im Alltag sowie die Kämpfe von politischen Gruppen um das große Ganze in Klassenkämpfen zu verbinden und darüber Klassenbewusstsein zu erzeugen. Klassenkämpfe sind Kämpfe um materielle Bedürfnisse, bei denen auch die Reproduktionssphäre und andere Herrschaftsverhältnisse mitzudenken sind. Wir schlagen für den Kampf für die Interessen und Bedürfnisse der Klasse der Lohnabhängigen eine auf drei Ebenen gelagerte Form der Organisierung im Sinne einer Selbsttätigkeit vor: 1. Organisation nach Interessen im unmittelbaren Lebensumfeld und solidarische Vernetzung mit ähnlichen Basisgruppen auf einer lokalen Ebene, 2. Eine überregionale Verbindung dieser Kämpfe, um eine politische Konstante herzustellen, 3. Den Aufbau eines Büros als Kommunikationsknotenstern für die Verbindung der Kämpfe, Austausch über und Förderung der Selbstorganisierung. Ziel einer solchen Organisierung muss es unseres Erachtens sein, die Selbsttätigkeit der Kämpfenden zu fördern, ganz in dem Sinne, dass Emanzipation das Selbsttätigwerden in der Geschichte bedeutet. Ziel unserer Strategie ist es, klassenbewusst eine emanzipatorische Gegenmacht zu Staat und Kapital aufzubauen, die insbesondere in Krisenzeiten eine praktische wie theoretische Alternative zu reaktionären Lösungsvorschlägen bieten kann.

Seit der Publikation unseres Strategiepapiers sind bereits knapp drei Jahre vergangen, in dieser Zeit haben wir viele Diskussionen mit Genoss*innen in verschiedenen Städten geführt. Damit unser Strategiepapier und auch die Diskussionen darüber nicht in kleinen Kreisen verbleiben und in Vergessenheit geraten, waren wir sehr erfreut, diese Diskussion im Rahmen einer diskus-Ausgabe weiterführen zu können.

So geht es in dem ersten Artikel des Genossen von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft aus Berlin um drei Punkte seines Dissens mit unserem Papier. Das Ausbleiben proletarischer Kämpfe könne erstens nicht nur auf ein Strategiedefizit der Linken zurückgeführt werden, zweitens werde nicht deutlich, was im Zeitalter der digitalen Vernetzung der Nutzen einer die proletarischen Kämpfe verbindenden Organisation sein könnte und drittens neigten wir zum Organisationsfetisch, denn revolutionäre Strategien sind bei weitem nicht auf Organisationsfragen zu reduzieren, so die Kritik in dem Beitrag. In unserem Text haben wir die Bedeutung von Kämpfen im Bereich der gesellschaftlichen Reproduktion hervorgehoben: Bestimmte kapitalistische Entwicklungstendenzen führen dazu, dass ein immer größerer Teil der gesellschaftlichen Arbeitszeit auf diesen Beriech entfällt, weshalb das Kapital dort auch besonders angreifbar wird. Der Bereich der Reproduktionsarbeit ist ein klassisches Feld feministischer Kämpfe, deren Bedeutung für eine kommunistische Strategie und Praxis wir unterstrichen. Drei Genoss*innen von der translib* Leipzig stellten dies auf die Probe und kamen zu dem Ergebnis, dass feministische Kämpfe in unserem Papier zu stark auf ökonomische Aspekte reduziert seien und andere Dimensionen des Feminismus so unterbelichtet blieben. In ihrem Beitrag Der halbierte Blick haben sie ihre feministische Kritik an unserem Papier dargelegt. Emanuel Kapfinger geht in seinem Beitrag auf einen weiteren im kommenden Aufprall zwar angerissenen aber nicht ausbuchstabierten Aspekt ein: den der Selbstverwaltung. Dabei geht er sowohl auf Aspekte der Ökonomie, der Politik und der Kultur ein. Auch der Frage, was ausgelassenes Feiern mit Revolution zu tun hat, wird in seinem Text nachgegangen. Diese kulturrevolutionären Aspekte der gesellschaftlichen und individuellen Befreiung kommen auch in dem Text Für eine grundlegende Neuausrichtung linksradikaler Politik des Kollektivs aus Bremen zur Sprache. Auch ihnen geht unsere Kritik nicht weit genug. Eine revolutionäre Strategie auf Höhe der Zeit müsse schon bedenken, dass das Kapital heute alle Sphären der Gesellschaft eingenommen habe und es daher nicht nur auf Kampfstrategien im ökonomischen Bereich ankomme. Die Genoss*innen aus Bremen legen hier theoretische und praktische Überlegungen vor, die den unseren sehr nahe stehen. Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem unsere Diskussionen mit anderen Linken abklangen und wir uns fragten, wie es nun weitergehen könnte, kamen diese Genoss*innen aus einer anderen Stadt und völlig unabhängig zu ähnlichen strategischen Einsichten und brachten so frische Energie in die Diskussion und forderten ein, dass es bei dieser nicht bleiben könne. Lenin bemerkte in seiner Schrift Staat und Revolution einmal, dass sein Idealbild des Sozialismus in der Umgestaltung der ganzen Gesellschaft in eine Fabrik liege. Aufgrund einer Fußnote am Ende unseres Textes wurden wir von einigen Leuten so verstanden, als würden wir diese nun in ein riesiges (sozialistisches) Büro transformieren wollen. Wir haben aber niemals eine Neugründung des Sozialistischen Büros vorgeschlagen. Dies wäre uns schon aufgrund dessen größetnteils linkssozialdemokratischen Programms zuwider. Vielmehr ging es uns darum, den vom SB entwickelten aber niemals vollständig umgesetzten „Arbeitsfeldansatz“ für die heutige Organisationsdebatte fruchtbar zu machen. Nach der Veröffentlichung entdeckten wir, dass das Hans-Jürgen-Krahl-Institut bereits während des …ums Ganze- Kongresses 2010 einen ganz ähnlichen Vorschlag gemacht und sich auch ansonsten bereits eingehend mit diesem Organisationsansatz auseinandergesetzt hat. In ihrem Artikel Zur Kritik des Sozialistischen Büros stellen sie den Stand ihrer aktuellen Auseinandersetzung mit diesem Thema vor. Der letzte Text von Florian Geisler und Alex Struwe aus dem Umfeld der diskus- Redaktion widmet sich einigen Gretchenfragen der Theorie, die unser Papier mit sich bringt und will einen Beitrag zur Lösung dieser leisten. Ähnlich wie die translib sehen sie Mängel in dem von uns verwendeten Totalitätsbegriff.

Diese Beiträge haben uns nochmal wichtige Anstöße gegeben, Aspekte unseres Papieres klarzustellen, weiterzuentwickeln und weitere Fragen bezüglich des weiteren Vorgehens in der Debatte um sozialrevolutionäre Strategie und Organisierung aufzuwerfen, was wir im Nachwort der Ausgabe diskutieren.

Uns ist bewusst, dass die Organisationsfrage nicht nur theoretisch, sondern immer auch praktisch zu beantworten ist. Wie es gelingen kann, dass aus den kleinen alltäglichen, sozialen Kämpfen ein Bewusstsein für die eigene Klassenpositionierung sowie die Fähigkeit zum Widerspruch und Widerstand entsteht, muss in der Praxis erprobt werden. Deshalb stehen wir inzwischen an dem Punkt des Eingangszitats von „Der kommende Aufprall“ von Camus – „jedes geschichtliche Unternehmen [ist] […] nur ein mehr oder weniger vernünftiges und begründetes Abenteuer […]. Zuerst jedoch ein Wagnis.“

Nun heißt es: Streiten wir uns, solidarisieren wir uns, organisieren wir uns! Seien wir realistisch, tun wir das uns mögliche.

Eure Antifa Kritik und Klassenkampf

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Freitag, der 13. Aktionstag gegen die moderne Ausbeutung bei den Essenslieferant*innen Deliveroo, Lieferando und Foodora! http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/freitag-der-13-aktionstag-gegen-die-moderne-ausbeutung-bei-den-essenslieferantinnen-deliveroo-lieferando-und-foodora/ http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/freitag-der-13-aktionstag-gegen-die-moderne-ausbeutung-bei-den-essenslieferantinnen-deliveroo-lieferando-und-foodora/#comments Thu, 12 Apr 2018 19:45:50 +0000 Administrator Allgemein http://akkffm.blogsport.de/2018/04/12/freitag-der-13-aktionstag-gegen-die-moderne-ausbeutung-bei-den-essenslieferantinnen-deliveroo-lieferando-und-foodora/ Die „Initiative Arbeitsunrecht“ organisiert am 13.4. einen bundesweiten Aktionstag zu den miserablen Arbeitsbedingungen bei Deliveroo.

Riders United Frankfurt unterstützt dieses Anliegen, beschränken aber das Problem nicht nur auf Deliveroo, sondern sehen Deliveroo nur als ein Beispiel für die modernen Ausbeutungsformen bei den Essenslieferdiensten.

Warum wurde Deliveroo von der „Initiative Arbeitsunrecht“ für den Aktionstag Schwarzer Freitag, 13. April 2018 ausgewählt?

    - Betriebsratsbehinderung durch Massenentlassung in Köln
    - Scheinselbständigkeit
    - Ketten-Befristung als Drohkulisse
    - Niedriglohn, der zum Leben nicht reicht
    - Asoziale Experimente mit Null-Euro pro Stunde und Ein-Stunden-Schichten

Deliveroo will natürlich nicht, dass irgendjemand von ihrem “Wahlsieg” erfährt – also lasst uns dafür sorgen, dass ganz Frankfurt davon weiß!

Aber egal, ob Deliveroo, Foodora oder Lieferando, überall treffen wir auf dieselben Probleme:

    - Viel zu geringe Bezahlung, um sich auf Dauer dadurch in Frankfurt finanzieren zu können
    - Kosten und Risiken der Arbeit müssen selbst getragen werden:
    - Das eigene Smartphone, mit eigenem Internetvertrag
    - Ein eigenes Fahrrad, das in Stand gehalten und repariert werden muss
    - Wer an seinem Material spart gefährdet dann seine Sicherheit, besonders im Frankfurter Straßenverkehr!
    - Es gibt keine festen Stundensätze
    - Es werden gezielt mehr Rider eingestellt als dass Schichten vorhanden sind
    - Deshalb wird man unregelmäßig oder selten im Schichtplan eingeteilt und kann somit monatlich nicht das genaue Einkommen planen
    - Arbeiten am Wochenende und bei jeder Wetterlage ohne zusätzliche Bezahlung
    - Dauerhafte Kontrolle durch die Firmen App sowie fehlende Transparenz bezüglich der Daten die von den Ridern dabei erfasst und ausgewertet werden

Du bist mit diesen Problemen aber nicht alleine!

Seit 2016 organisieren sich Essenslieferant*innen in ganz Europa und kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen. In England und Italien haben Rider bspw. erfolgreich gegen die Bezahlung pro Lieferung gekämpft, in Frankreich protestierten Rider für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen und in Berlin hat sich die Basisgewerkschaft DeliverUnion gegründet, um dauerhaft und schlagkräftig diese Probleme angehen zu können!

Du siehst, wenn wir uns zusammenschließen, können wir uns gegen diese Zustände wehren!

Deshalb wollen wir den 13.4. nutzen, um sich über die Probleme sowie mögliche Organisierung dagegen auszutauschen und zugleich die prekären Beschäftigungsverhältnisse in die Öffentlichkeit tragen.

Kommt alle am 13.4. um 14 Uhr zur Alten Oper!

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