Archiv der Kategorie 'Arbeitskampf'

Kollabiert Chinas autoritärer Kapitalismus?

Klasse – Macht – Kampf im April zum Thema Klassenkämpfe in China
11. April 2017 | 19:30 Uhr | Klapperfeld

Das Getöse um Chinas außenpolitische Ambitionen in Asien und der Welt und eine mögliche Konfrontation mit dem neuen US-Regime übertönt derzeit den Lärm, der von den Klassenauseinandersetzungen in China selbst ausgeht. (mehr…)

Über die Kämpfe der Massenarbeiter*innen und den Operaismus – Veranstaltungsbericht und Reflexion

In den 60er und 70er Jahren tritt in Norditalien eine Reihe von Arbeiter*innenkämpfen von neuartigem Ausmaß auf: Die erfolgreiche Blockierung von Teilen der Produktion führt zu maßgeblichen Verlusten für das Kapital durch nichtproduzierte Waren, als Ergebnis verschiedener Kämpfe stehen später Tarifabschlüsse in verschiedenen Bereichen, die Lohnerhöhungen von teilweise deutlich über 10% beinhalten. Entscheidend getragen wurden die Kämpfe von den durch die fordistische Produktionsweise hervorgebrachten Massenarbeiter*innen. Für die gegenwärtige Linke stellt sich entsprechend die Frage: Was können wir aus der historischen Erfahrung dieser Kämpfe lernen und mit den dahinterstehenden politischen Überlegungen heute noch anfangen? (mehr…)

Union Busting – Der organisierte Klassenkampf gegen die Arbeiter*innen

Die „Aktion Arbeitsunrecht“ hat für den Freitag, den 13. Januar 2017 zu einem deutschlandweiten Aktionstag gegen Union Busting aufgerufen. Wir finden, dass diese eine richtige Initiative ist und der Aktionstag mit voller Kraft unterstützt werden sollte.

„Die Kündigung störender Arbeitnehmer – So gestalten Sie kreativ Kündigungsgründe“
Damit bewarb die Anwaltskanzlei Schreiner&Partner 2015 bundesweit ihre Schulungsseminare für Kapitalist*innen. Dort bringen die Jurist*innen ihnen bei, wie sie gegen Gewerkschafter*innen vorgehen, die Rechte ihrer Beschäftigten aushebeln und die Arbeiter*innen durch gezielte Aktionen spalten können. Hier lernen Chef*innen, wie sie Angestellte fertig machen. Auf der Abschussliste stehen Arbeiter*innen, die zu wenig Leistung bringen („Low Performer“) oder als „Querulanten“ den kapitalistischen Normalbetrieb stören. Wenn Angestellte schwer erkranken, ist das im Jargon von Schreiner&Partner „störendes Arbeitnehmerverhalten“. Dagegen empfiehlt die Kanzlei „kreative Kündigungsgründe“, den Einsatz von Privatdetektiven, Videoüberwachung und Datenschnüffelei, um Beschäftigte kostengünstig loszuwerden. (mehr…)

Zurück zur Maulwurfsarbeit

Interview mit Torsten Bewernitz, Sozialwissenschaftler und Gewerkschaftsaktivist

zuerst veröffentlicht im Lower Class Magazine.

Mit „Nothing in common? Differänzen in der Klasse” (Münster 2015) hat Torsten Bewernitz einen Sammelband mit Beiträgen zu den Begriffen Klasse und Klassenkampf vorgelegt, den er am 10. Mai 2016 iim Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Klasse – Macht – Kampf“ vorstellte. Wir stellten ein paar Fragen zum Buch und darüber hinaus.

Kannst Du kurz Deinen Anschluss an und deine Abgrenzung vom traditionell-marxistischen bzw. marxschen Klassenbegriff erläutern?

Für die Definition von ‚Arbeiterklasse’ bleibt die Stellung in der Produktion bzw. im Kapitalismus für mich das A und O. Das heißt, es geht im Wesentlichen um die doppelt freie Lohnarbeiter*innen versus das Kapital (das weit schwerer zu bestimmen ist). Produktion muss hier, wie ihr es auch in dem Papier „Der kommende Aufprall“ betont habt, selbstverständlich Reproduktion einschließen und darf nicht zu dem Kurzschluss verleiten, dass „unproduktive Arbeit“ – das gilt für fast alle Dienstleistungen – keine Zugehörigkeit zur Arbeiter*innenklasse bedeuten würde. Das wusste aber, anders als oft behauptet wird, Marx (und insbesondere Engels) auch schon. Zentral dabei ist für mich die dadurch resultierende Arbeiter*innenmacht (Beverly Silver). (mehr…)

Zellkernerfahrung

Untersuchung – Aktion – Organisation«. Die Betriebsarbeit des Revolutionären Kampf (RK) bei Opel Rüsselsheim 1971–73 – Veranstaltungsbericht

erschienen im: express 08/2016

StraßenkampfDer »Revolutionäre Kampf« in Frankfurt gehörte nicht zu jenen K-Gruppen der Post68er-Zeit, die sich einbildeten, die einzig wahre Arbeiterpartei werden zu können (oder gar bereits zu sein). Mit anderen Gruppierungen war man sich allerdings darüber einig, dass eine Revolution nicht ohne ein kämpferisches Proletariat zu haben sein würde – entsprechend gingen zahlreiche RK-Leute ans Fließband bei Opel. Wie aber sah die Betriebsarbeit einer Gruppe aus, die sich selbst zu den »Spontis« zählte und sich mehr vom italienischen Operaismus als vom Marxismus-Leninismus inspirieren ließ? (mehr…)

Soliaktion mit den Klassenkämpfen in Frankreich

Soliaktion mit den Klassenkämpfen in Frankreich
Am 227. Jahrestag des Sturms auf die Bastille durch die Pariser Bevölkerung am 14. Juli 1789 solidarisierten sich etwa 30 Demonstrant*innen in Frankfurt am Main mit den aktuellen Kämpfen in Frankreich gegen das neue Arbeitgesetz. Dieses stellt in den Augen der Demonstrant*innen einen massiven Angriff auf die Rechte der Lohnabhängigen dar. Am Zielpunkt der entschlossenen und stimmungsvollen Demonstration wurde vor dem Hochhaus des IG-Metall-Bundesvorstands an Fahnenstangen ein Transparent mit der Aufschrift „Solidarität mit dem Widerstand in Frankreich“ hochgezogen.

Während die Bevölkerung von Paris 1789 der Herrschaft des Adels ein Ende setzte, setzen sich die Lohnabhängigen in Frankreich seit Februar in einem offensiven Klassenkampf gegen die Herrschaft der Bourgeoisie zur Wehr. Gegen diesen geht die französische Polizei mit einer enorm hohen und brutalen Repression vor. (mehr…)

Über die Emanzipationsperspektiven von Care-Arbeiter_innen

Klasse – Macht – Kampf im März dieses Mal zum Thema:

„Alle Räder stehen still, …?“
Über die Emanzipationsperspektiven von Care-Arbeiter_innen.
Eine theoretische Verallgemeinerung des Arbeitskampfes an der Charité in Berlin

Charité StreikArbeitskämpfe im Pflege- und Gesundheitsbereich verhandeln zentrale gesellschaftliche Widersprüche. Gleichzeitig finden sie unter speziellen Bedingungen statt, durch die sie sich von anderen Arbeitskämpfen unterscheiden – gegen Streiks in Krankenhäusern wird beispielsweise immer wieder die Verantwortung der Beschäftigten für die Patienten ins Feld geführt. Wie kann unter diesen Bedingungen ein erfolgreicher Arbeitskampf aussehen? (mehr…)

Klasse – Macht – Kampf im Februar

Filmvorführung: „Alles in Butter“ (Regie: Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin, Frankreich 1972, 95 min.)
mit vorangehendem Kurzinput über die Bewegung der Fabrikbesetzung im Mai 1968 ff. in Frankreich.
Tout va bien - Goadrd
Als Susan und ihr Ehemann Jacques, ein linksgerichteter Filmemacher, in einer Wurstfabrik eintreffen, um den Fabrikanten zu interviewen, geraten sie mitten in einen wilden Streik mit anschließender Fabrikbesetzung und werden von den streikenden Arbeiter*innen festgehalten. Der Film verdeutlicht die Logik der Klassenkämpfe und Besetzungen in Frankreich rund um 1968 und zeigt die Autonomie der Klasse gegenüber Partei und Gewerkschaft auf, nebenbei reflektiert er auch noch auf die Produktionsbedingungen in der Film- und Medienbranche.

Dienstag, 09. Februar 2016, 19:30 Uhr Klapperfeld
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Filmvorführung: Die Angst wegschmeißen

Am Dienstag, den 08. Dezember 2015 zeigen wir im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe „Klasse – Macht -Kampf“ um 19: 30 Uhr im Faites votre jeu! (Klapperfeldgasse 5, FfM) den Film „Die Angst wegschmeißen“ von labournet.tv über den aktuellen Kampfzyklus der italienischen Logisitkarbeiter_innen. Eine der Filmemacher_innen wird zu Gast sein und für eine an den Film anschließende Diskussion zur Verfügung stehen. Anschließend findet ein Barabend der fantifa und des ALFR statt.

Ankündigung des Films:

„Seit 2008 ist Norditalien Schauplatz ungewöhnlicher Ereignisse. Unternehmen, Politik und Medien nutzen den Kriseneinbruch, um die ohnehin schon bröckelnden Arbeiter_innenrechte weiter auszuhöhlen; auf der anderen Seite formiert sich jedoch gerade am untersten Ende der Lohnskala ein lebendiger und schlagkräftiger Widerstand.

Ausgerechnet den prekären und größtenteils migrantischen Arbeiter_innen in der Logistikbranche gelingt es, sich durch solidarische und effektive Organisierung aus ihrer Isolation und ihren erniedrigenden Arbeitsverhältnissen herauszukämpfen. Ein Kampf, der nicht nur ihre Arbeitsbedingungen, sondern ihr ganzes Leben verändert. (mehr…)