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Der kommende Aufprall

Auf der Suche nach der Reißleine in Zeiten der Krise

- Strategische Überlegungen -

Hier die pdf-Version:
Der kommende Aufprall

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„C’est l’histoire d’une société qui tombe et qui au fur et à mesure de sa chute se répète sans cesse pour se rassurer : jusqu’ici tout va bien, jusqu’ici tout va bien, jusqu’ici tout va bien…
Le problème ce n’est pas la chute, c’est l’atterrissage.“

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krise
2.1 Widerspruch & Krisendynamik
2.2 Die Rolle der BRD in der Krise

3. Klasse
3.1.Selbstorganisierung & Klassenkampf
3.2 Bedürfnis & Klassenbewusstsein
3.3 Exkurs: Zur Kritik der Zurückweisung des Klassenbegriffs am Beispiel des …umsGanze Bündnisses

4. Praxis

5. Literatur
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1. Einleitung

„Jedes geschichtliche Unternehmen kann […] nur ein mehr oder weniger vernünftiges und begründetes Abenteuer sein. Zuerst jedoch ein Wagnis. Als solches kann es keine Maßlosigkeit, keinen unerbittlichen und absoluten Standpunkt rechtfertigen.“ (Camus 1969: 326)

Es gibt bisher trotz aller Diskussion über die Krise in der deutschen Linken keine theoretisch fundierte, aber gleichzeitig gesellschaftlich relevante Praxis, um auf die mit Kapitalismus und Krise verbundenen Entwicklungen reagieren zu können.1So wie man vielleicht aus heutiger Perspektive sagen kann, dass die Linke Anfang der 2000′er auf die Re-Formierung der hiesigen Verhältnisse durch die Agenda 2010 und deren Folgen nicht adäquat reagiert hat, so beschleicht uns der Gedanke, dass wir angesichts der heutigen Krise und ihrer konkreten Folgen für die Menschen an einem ähnlichen Punkt stehen könnten – nicht im Sinne einer nicht genügenden Thematisierung der Krise, sondern im Sinne einer Reflexion der eigenen Handlungen, ob diese dem Gegenstand angemessen sind oder ob wir uns nicht zu sehr in den Formen von Events und Symbolpolitik verrennen, die in den 1990′ern und 2000′ern Refugium einer radikalen Linken waren, also in einer Zeit gesellschaftlicher Ohnmacht angesichts eines scheinbar alternativlos gewordenen Kapitalismus.

Alle uns bis heute bekannten Versuche, auf die heutigen Krisenbearbeitungsstrategien des Kapitals zu reagieren, konnten die mit ihnen einhergehenden Angriffe auf die Lohnabhängigen nicht abwehren – unsere eigenen inbegriffen. Alle Politik, die über Teilbereichskämpfe hinausweist, begegnet uns in der einen oder anderen Form des Events oder der reinen Kritik. Beide Formen greifen nicht verändernd in unseren Alltag als Lohnabhängige, in die Sphäre der kapitalistischen Produktionsweise ein – unter den derzeitigen Bedingungen bleiben sie als Appell zahnlos. Damit ist angezeigt, in welche Richtung wir mit unserem Strategievorschlag wollen: Hin zu einer politisch-strategischen Neuorientierung im Bereich Antikapitalismus und Krisen-Widerstand. Wir zielen damit auf die drängende Frage, wie sich in der gegenwärtigen Situation eine Linke handlungsfähig organisieren kann, weswegen wir hier nur die Grundzüge einer Krisentheorie darlegen können, da es uns zentral darum geht, einen zu diskutierenden Strategievorschlag zu unterbreiten.

Anlass zu alledem gab uns unser Versuch, innerhalb von M31 an die Produktions- und Reproduktionskämpfe, über ein gemeinsames Event hinausgehend, anzuknüpfen. Dem M31-Generalstreikspapier wurde zwar in einigen Teilen der (radikalen) Linken anfänglich mit Interesse begegnet, doch entwickelten sich daraus keine tragfähigen Strukturen. Die Gründe dafür vermuten wir einerseits in einem Mangel an verbindender und verbindlicher Organisierung und andererseits in der weitestgehend fehlenden Erfahrung in Kämpfen im Bereich Lohn- und Hausarbeit. Damit verbunden ist die bequeme, oft unreflektierte Einrichtung in der eigenen Subkultur und in unseren bisherigen, oftmals nur selbst-referentiellen Formen von Politik.
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Audiodatei der VA zu rechten Massenbewegungen

Hier die Audiodatei zu unserer Podiumsdiskussion vom letzten Mittwoch: „Hogesa, AfD, Montagsquerfront – Neue rechte Massenbewegung in 2015? Was tun?!“.
Zumindest am nächsten Montag ist die Frage leicht zu beantworten: Pegida verhindern! Ab 17:30 Uhr an der Hauptwache.

Antisemitische Zustände in Frankreich
Je suis juif? – Antisemtische Zustände in Frankreich.

Veranstaltung mit Eva zum Winkel am 12. Februar 2015 im Café KoZ

Pegida, Hogesa, AfD, Montagsquerfront – Neue rechte Massenbewegung in 2015? Was tun?!

Rechte MassenbewegungenDas Jahr 2014 war auch das Jahr reaktionärer Bewegungen, ob auf der Straße oder im Parlament: die „Alternative für Deutschland“ triumphierte bei Landtags- und Europawahlen, rassistische Mobilisierung gegen Geflüchtete, antisemitische Eskalationen anlässlich des Nahost-Konflikts, des Ukraine-Konflikts oder einfach so – bis hin zu rassistischen Großevents wahlweise „gegen Salafisten“ oder „gegen die Islamisierung des Abendlands“.

Was alle Proteste vereint, ist ein Bezug auf das „Volk“, das angeblich von korrupten Polit-Eliten verarscht und belogen wird, vor Überfremdung durch alles vermeintlich Nicht-Deutsche bedroht und von eigenen Überlebens- oder Abstiegsängsten geplagt ist. Die Unterschiede der verschiedenen Gruselkabinette dürfen jedoch nicht übersehen werden, eine Einordnung der verschiedenen Strömungen als ein und die selbe „braune Soße“ wird dem weder gerecht, noch macht es den Kampf gegen sie einfacher. Die parlamentarische Politik übt sich bis auf wenige Ausnahmen in symbolischer Distanz, während nicht zuletzt die erneute Verschärfung des Asylrechts dieses Schauspiel auf zynischste Weise demaskiert – oder sich lediglich um das durch Pegida erzeugte „schlechte Image Deutschlands in der Welt“ gesorgt wird, wodurch „ausländische Investoren“ wegbleiben würden. Eine antifaschistische und antirassistische Gegenwehr ist hier mehr als notwendig.

Gemeinsam mit Vertreter_innen verschiedener antirassistischer und antifaschistischer Kämpfe und Zusammenhängen wollen wir unter anderem folgende Fragen diskutieren: Handelt es sich bei den aktuellen Auseinandersetzungen um ein erstes großes Aufblitzen einer neuen, völkischen und nationalistischen Massenbewegung in der Krise des Kapitals? Welche Gefahren gehen von ihnen aus? Was ist im Jahr 2015 zu erwarten?
Und vor allem: Welche Strategien und Maßnahmen kann und sollte die Linke ergreifen, um sich wirkungsvoll diesen Phänomenen entgegenzustellen?

Dazu wird die Publizistin Jutta Ditfurth die Entwicklungen und Verformungen der Montagsquerfront vorstellen und deren ideologischen Schnittmengen mit den Pegida-Protesten aufzeigen. Der Politikwissenschaftler Daniel Keil ordnet diese Entwicklungen gesellschaftstheoretisch ein und setzt dabei einen Fokus auf die Kontinuitäten eines Bezugs auf Nation und Volk. Zudem wird das Antifa-Recherche-Team Dresden von der Situation vor Ort berichten, die soziale Zusammensetzung von Pegida analysieren sowie antifaschistische Strategien gegen diese vorstellen. Anschließend soll gemeinsam diskutiert werden, welche Gefahren einer rechten Massenbewegung uns 2015 bevorstehen und wie eine wirkungsvolle emanzipatorische Gegenstrategie aussehen kann.

Podiumsdiskussion, Mittwoch, 04. Februar, 19:30 Uhr, Gewerkschaftshaus Frankfurt (Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77)

  1. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten bzw. rassistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homophobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. [zurück]

29.11./06.12.14 – Antinationaler Aufruf zu den Demonstrationen gegen das PKK-Verbot!


If worst comes to worst…

Die Anzeichen sind unübersehbar: Der „Islamische Staat“ führt einen Terrorfeldzug in Syrien und im Irak und wirbt Anhänger in deutschen Städten. Geopolitische Konflikte brechen nicht nur in der Ukraine auf, zugleich werden die Konflikte im Nahen Osten als Anlass für antisemitische Ausschreitungen und Anschläge in Europa genutzt. Es gibt ein Anwachsen des kulturellen Rassismus in den angeblichen Zentren von Demokratie und Freiheit während das deutsche Spardiktat munter weiter die sozialen Grundlagen der europäischen Gesellschaften auszehrt. Wo hin man auch schaut – die kapitalistische Welt scheint langsam aber sicher aus den Fugen zu geraten. Währenddessen verhindert die Logik von Staat, Nation und Kapital aber nötige Hilfe und mögliche Lösungen, weil sich in der Weltmarktkonkurrenz doch jeder selbst der Nächste, Menschenrechte im Zweifel nur störendes Beiwerk und die Feinde von heute schon morgen wieder nützliche Idioten sind.
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„Solidarität gegen Repression“ – Antifa-Kundgebung am 14.11. in Frankfurt!

Solidarität gegen Repression

Gegen Nazis, Alltagsrassismus und die Kriminalisierung
von antifaschistischem Engagement!

soligegenrepression
Am 1. Mai 2013 ist es tausenden Antifaschist*innen gelungen, eine NPD-Kundge­bung am Frankfurter Ostbahnhof zu verhindern. Dies war möglich, weil wir den Nazis in einem breiten Bündnis durch die Blockade von Straßen und Gleisen alle Zufahrtswege nach Frankfurt versperrt haben.

Doch die Blockadeaktionen, die in Medien und Stadtpolitik vielfach als „Erfolg des demokratischen Frankfurts gegen Nazis“ gefeiert wurden, waren für viele Akti­vist*innen mit erheblichen Repressalien verbunden. Etwa tausend Gleisblockierer*innen wurden von der Polizei eingekesselt, gewaltsam geräumt und viele verletzt. (mehr…)

einige wichtige Hinweise

Wir wollen an dieser Stelle auf drei Dinge hinweisen:

1. Jährt sich am 9. November die Reichspogromnacht zum 76. Mal. Aus diesem Grund veranstaltete ein Bündnis in Gießen einen Mahngang am 9. November , um den Opfern zu gedenken und entsprechend geschichtlich relevante Orte aufzusuchen. Treffpunkt ist der Berliner Platz um 18 Uhr. Wir rufen zur Teilnahme auf und verweisen auf den kompletten Aufruf.

2. Trafen sich im Juni in Leipzig Initiativen aus verschiedenen Städten, die in der Streiksoliarbeit aktiv sind (etwa bei amazon oder bei Neupack) oder sich in Zukunft eine solche leisten wollen. In dem Seminar wurde zusammen den Fragen nach Solidarität, nach Bündnisarbeit und nach möglichen Aktionsformen auf den Grund gegangen. Dabei wurden gemeinsamen Erfahrungen und Ideen austauschen, der Möglichkeitsrahmen abgestecket und sich miteinander vernetzt. Vom 14. bis 16.11.14 findet in Frankfurt/Main nun das Nachfolgetreffen dieser Gruppen statt. Es sollen weitere praktische Perspektiven auf Streiks ausgetauscht und die Gründung eines bundesweiten Streiksolinetzwerkes vorbereitet werden. Wenn ihr auch daran teilnehmen wollt, meldet euch bitte hier dazu an. Das Programm des Wochenendes kann hier eingesehen werden.
Nachtrag: Ein Artikel zu dem Treffen von Peter Nowak ist im Neuen Deutschland nachzulesen: http://www.neues-deutschland.de/artikel/953113.verstaerkung-am-werktor.html

3. Will der Antisemit Jürgen Elsässer von Jutta Ditfurth nicht „glühender Antisemit“ genannt werden und hat sie nun auf Unterlassung verklagt. Am ersten Verhandlungstag die zuständige Richterin bereits verlauten lassen, dass ein Antisemit nur sei, wer sich positiv auf die Shoa beziehe. Jutta hat richtig darauf hingewiesen, dass diese Definition Deutschland auf einen Schlag von allen seinen Antisemiten befreien würde. Denn beide Definitionen verbieten es, Leute Antisemiten zu nennen, die andere Menschen antisemitisch beleidigen, mit Hass verfolgen, demütigen und diskriminieren. Deswegen ist dieser Prozess wichtig für die gesamte Linke. Leider sitzt Jutta auf sehr hohen Anwalts- und Gerichtskosten, die sie nicht alleine tragen kann. Bitte unterstützt die Genossin! Weitere Angaben und Kontodaten finden sich hier.

Sommer, Sonne, Antifa!

Nachdem es letztes Jahr leider kein Camp gab, veranstaltet unser hessisches Antifabündnis BASH dieses Jahr wieder das allseits beliebte BASH-Sommercamp. Stattfinden wird es vom 14. bis zum 18.08. in Südhessen. Alle Infos & das Programm findet ihr auf der BASH-Seite.
Besonders ans Herz legen wollen wir euch den workshop: „Care, Classwar, Crisis, Communism“, der Sonntagsvormittags stattfindet und dessen Ankündigungstext wir hier dokumentieren:

Care, Classwar, Crisis, Communism:
Veranstaltung der Antifa Kritik & Klassenkampf :

Spätestens seit 2008 manifestiert sich die seit den 1970er Jahren sich dahinschleppende Krise des Kapitals an allen Ecken und Enden der europäischen Gesellschaften. Bei dem Versuch der Herrschenden, diese Krise in den Griff zu bekommen, greifen sie mit massiven Angriffen auf die Lebensverhältnisse der Lohnabhängige auf ganz klassische Methoden des Klassenkampfs von oben zurück: Reallohnsenkungen, massive Ausweitung der Leiharbeit, Zerschlagung der – einst von der arbeitenden Klasse erkämpften – sozialen Sicherungssysteme, gesteigerte rassistische Hetze. Gleichzeitig führen die Krisentaktiken des Kapitals auch zu einer verschärften Krise der sozialen Reproduktion. In Griechenland sterben Menschen, weil ihnen einfachste medizinische Versorgung vorenthalten wird, in Spanien wurden Hunderttausende Menschen von den Bullen aus ihren Häusern geräumt, in Portugal blüht eine neue agrarische Subsistenzwirtschaft auf, weil das Geld der Menschen nicht mehr für einfachste Lebensmittel ausreicht und überall steigen die „Burn-out“- und Alkoholismusraten bei denjenigen in ungekannte Höhen, die noch einen Job haben. (mehr…)

Bericht von der Veranstaltung zur Kritik an der Montagsquerfront

Hier ein kleiner, von Jutta Ditfurth verfasster Bericht von der Veranstaltung zur Kritik der Montagsquerfront:

„Meine Veranstaltung auf Einladung der Gruppe »Antifa Kritik und Klassenkampf« am 15.7.2014 in Frankfurt/Main war ein schöner Erfolg. Mindestens 200-250 (gezählt!) junge Menschen kamen, ein paar ältere auch. Viele mussten draußenbleiben, denn es war einfach kein Platz mehr im Cafe KoZ (Uni Frankfurt, Campus Bockenheim), so dass die Türen dicht gemacht wurden. Ein paar nationalbolschewistische Linke versuchten vergeblich, meinen Vortrag und die Diskussion zu stören. Völlig irrsinnig war, dass die Vertreterin einer angeblichen »No Nato«-Gruppe Flugblätter mit »Zinsknecht«-Gedankengut verteilte, wenn das keine Regression ist… (mehr…)