Wissenschaft und (Konter-)Revolution

Zur Kritik akademischer Bewegungsforschung

Dienstag, 25. April 2017, 19:30 Uhr, Festssal der Studierendenhauses, Campus Bockenheim, Mertonstraße 26-28

(Konter-)Revolution der Wissenschaft
Die Widersprüchlichkeit der modernen Universität als Ort der Wissenschaft in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft besteht in ihrer Stellung zur Kritik und Emanzipation. So sehen manche in ihr einen Ort, der der Verwertungslogik des Kapitals noch weitestgehend entzogen oder dieser zumindest prinzipiell entziehbar ist. Gleichzeitig ist sie als ideologischer Staatsapparat ein Organ des Staates des Kapitals und ein Ort der Disziplinierung sowie Subjektivierung. Es stellt sich daher die Frage, inwiefern die Universität als potentieller Ort der Kritik selbst die Grenze der Kritik setzt und damit in letzter Instanz anstatt zur Überwindung nur zur fortwährenden Bestätigung des Bestehenden führt.

Wissenschaft der (Konter-)Revolution
Wird die praktische Kritik der bestehenden Verhältnisse, wie sie in Protestbewegungen geäußert wird, selbst zum Gegenstand der Forschung, verschärft sich der Konflikt, der der Wissenschaft eingeschrieben ist. Die (Un-)Möglichkeit kritischer Theorie an der Hochschule, die an einer fortschrittlichen Überwindung des Kapitalismus interessiert ist, soll anhand akademischer Bewegungsforschung, wie sie unter anderem am Exzellenzcluster „Normative Orders“ im Forschungsbereich „Internationale Dissidenz“ praktiziert wird, diskutiert werden. Dabei stellt sich auch die Frage, ob es ein akademisch produziertes Wissen über Widerstands- und Oppositionsbewegungen geben kann, welches letztlich nicht der Einhegung des Protests dient.

Es referieren Alex Demirovic zu Wissenschaft(skritik) und Hochschule im Kapitalismus und Peer Heinelt zum Verhältnis von akademischer Bewegungsforschung und Herrschaft. Eine Vertreter*in des Wahlbündnis Linke Liste FFM wird die Moderation führen.