„Untersuchung – Aktion – Organisation“

Klasse – Macht – Kampf im Juni zum Thema
„Untersuchung – Aktion – Organisation“
Die Betriebsarbeit des Revolutionären Kampf (RK) bei Opel Rüsselsheim 1971-73
Bericht eines ehemaligen RK-Aktivisten

14. Juni 2016 19:30 Uhr
Klapperfeld, Nähe Konstablerwache (Frankfurt a. M. )

RK„Untersuchung – Aktion – Organisation“: So hieß das Papier, in dem die SDS-Betriebsprojektgruppe Frankfurt die theoretische Basis ihrer Betriebsintervention dargelegt hatte. Aus dieser Betriebsprojektgruppe wurde dann eine der wichtigsten revolutionären Betriebsgruppen im Deutschland der 70er Jahre: der Revolutionäre Kampf (RK).

Der RK arbeitete mit einer Betriebsgruppe in Opel Rüsselsheim von bis zu 30 Innenkadern. Ziel dieser Betriebsintervention war, die Opel-Arbeiter zu agitieren und zu organisieren. Dabei grenzte sich der RK deutlich von der Klassenkampf-Rhetorik des Marxismus-Leninismus ab und orientierte sich stark am Konzept der Arbeiterautonomie der italienischen Operaisten. Die Agitationsarbeit war stets an konkreten Themen wie der Arbeitssicherheit orientiert.

Der Vortrag steht im Kontext unserer Auseinandersetzung mit dem Aufbau konkreter Organisierung von Proletarisierten – nicht nur in Betrieben. Er wird uns Gelegenheit geben, die Erfahrungen und Fehler des RK im Opel-Werk zu diskutieren und für unsere heutige Organisierungsarbeit zu lernen.

Inhalt:

  1. Das Papier „Untersuchung – Aktion – Organisation“ – die konzeptuelle Grundlage der Betriebsarbeit des RK
  2. Erfahrungsbericht über die Betriebsarbeit mit Präsentation von Flugblättern
  3. Scheitern des RK und Kritik am Avantgarde-Begriff
  4. Ideen zur Herstellung von Gegenöffentlichkeit im Zusammenhang mit Organisierungsarbeit in Betrieben

Der Referent war Aktivist im RK und im Häuser-Rat (Hausbesetzungsbewegung). Er ist Herausgeber des Buches „1968. Eine Enzyklopädie“, Suhrkamp 2004.