Sommer, Sonne, Antifa!

Nachdem es letztes Jahr leider kein Camp gab, veranstaltet unser hessisches Antifabündnis BASH dieses Jahr wieder das allseits beliebte BASH-Sommercamp. Stattfinden wird es vom 14. bis zum 18.08. in Südhessen. Alle Infos & das Programm findet ihr auf der BASH-Seite.
Besonders ans Herz legen wollen wir euch den workshop: „Care, Classwar, Crisis, Communism“, der Sonntagsvormittags stattfindet und dessen Ankündigungstext wir hier dokumentieren:

Care, Classwar, Crisis, Communism:
Veranstaltung der Antifa Kritik & Klassenkampf :

Spätestens seit 2008 manifestiert sich die seit den 1970er Jahren sich dahinschleppende Krise des Kapitals an allen Ecken und Enden der europäischen Gesellschaften. Bei dem Versuch der Herrschenden, diese Krise in den Griff zu bekommen, greifen sie mit massiven Angriffen auf die Lebensverhältnisse der Lohnabhängige auf ganz klassische Methoden des Klassenkampfs von oben zurück: Reallohnsenkungen, massive Ausweitung der Leiharbeit, Zerschlagung der – einst von der arbeitenden Klasse erkämpften – sozialen Sicherungssysteme, gesteigerte rassistische Hetze. Gleichzeitig führen die Krisentaktiken des Kapitals auch zu einer verschärften Krise der sozialen Reproduktion. In Griechenland sterben Menschen, weil ihnen einfachste medizinische Versorgung vorenthalten wird, in Spanien wurden Hunderttausende Menschen von den Bullen aus ihren Häusern geräumt, in Portugal blüht eine neue agrarische Subsistenzwirtschaft auf, weil das Geld der Menschen nicht mehr für einfachste Lebensmittel ausreicht und überall steigen die „Burn-out“- und Alkoholismusraten bei denjenigen in ungekannte Höhen, die noch einen Job haben.
In vielen Ländern brachen seitdem neue Kampfzyklen aus, die vorerst jedoch gescheitert zu sein scheinen. Besonders in der BRD schien die Antwort der Linken und der restlichen Gesellschaft angesichts dieses historischen Angriffs auf die Menschen eher verhalten und erschöpfte sich in einigen größeren Demonstrationen und Aktionstagen von „Wir zahlen nicht für eure Krise“ bis zu M31. Wir denken, dass diese Schwäche der Linken auch durch ihre falsche strategische Orientierung auf „Events“ mitverschuldet ist. Stattdessen bräuchte es neue Formen der Selbstorganisierung, die in der Lage sind, ein Teil der Kämpfe der Lohnabhängigen zu werden, am Ort der eigenen Ausbeutung zu kämpfen und dies in den Zusammenhang der gesellschaftlichen Totalität zu stellen. Dafür bedarf es auch eines neuen, von den radikalen Bedürfnissen und der sozialen Reproduktion aus gedachten Begriffs von Klassenkampf und Klassenbewusstsein, d.h. der Verbindung von care und classwar.
In dieser Veranstaltungen sollen nach einem Blick auf die Krise des Kapitals diese Überlegungen weiter ausgeführt und anschließend mit euch zusammen diskutiert werden, wie schlagkräftige, klassenkämpferisch-feministische Bewegungen in der crisis aussehen könnten, im Sinne einer wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt, d.h. communism.